Programm


Kinder und Jugendliche, die ihre Freizeit an öffentlichen Plätzen und Orten verbringen, werden von Erwachsenen oder auch von anderen Kindern und Jugendlichen oft als störend oder sogar bedrohlich wahr genommen. Zum Teil verhalten sie sich auch delinquent.

Es kommt zu Konflikten zwischen Kindern und Jugendlichen untereinander oder auch zu Konflikten mit Erwachsenen wie z.B. Anwohnerinnen und Anwohnern. Anlässe sind beispielsweise unterschiedliche Auffassungen über die Nutzung öffentlicher Plätze, Territorialstreitigkeiten zwischen verschiedenen Gruppen von Kindern und Jugendlichen, das Hinterlassen von Unrat, Sprayen von Graffitis, Sachbeschädigungen oder schlicht der Lärm, der beim Spielen und sich Treffen entsteht.

Die Konfliktbeteiligten sind in den meisten Fällen weder bereit noch in der Lage ihre Konflikte frühzeitig bzw. selbstständig zu lösen. Häufig wird die Polizei eingeschaltet, auch wenn der jeweilige Konflikt (noch) außerhalb ihres Aufgabenbereichs liegt. Konflikte eskalieren oder verlagern sich an andere Orte, ohne dass die Ursachen hinterfragt und die Probleme langfristig gelöst werden.

An dieser Ausgangssituation setzt des Modellprogramm "Wir kümmern uns selbst" an.

"Wir", das sind sowohl die Konfliktbeteiligten als auch weitere Akteure, die zu einer Lösung des Konflikts beitragen können.

"sich selbst kümmern" heißt, die Lösung nicht von Anderen zu erwarten, sondern die eigenen Fähigkeiten zur Konfliktlösung zu nutzen bzw. zu entwickeln. Es heißt auch, gemeinsam an der Konfliktlösung zu arbeiten. Dies setzt die Bereitschaft zur Mitwirkung der verschiedensten Akteure wie z.B. Bürgerinnen und Bürger, Freie Träger, Kirchengemeinden, Vereine und Verbände sowie Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung voraus.

„Wir kümmern uns selbst“ wurde im Zeitraum 2005 bis 2009 als Bundesmodellprogramm durch das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und in sieben Kommunen umgesetzt.

Die Programmgrundsätze verdeutlichen zusammenfassend die Intention des Modellprogramms:

Programmgrundsätze

  • Das Programm setzt bei konkreten Konfliktkonstellationen im öffentlichen Raum an, die als Störung oder Bedrohung erlebt werden.
  • Der Sozialraum bildet den direkten Bezugsrahmen im Konfliktbearbeitungsprozess.
  • Jugendliche und erwachsene Konfliktbeteiligte werden aktive Partnerinnen und Partner bei der Bearbeitung von Konflikten "auf gleicher Augenhöhe".
  • Die Unterstützung durch professionelle Beratende richtet sich an den Bedürfnissen der Konfliktparteien aus. Sie erfolgt passgenau bei Bedarf.
  • Alle Beteiligten werden unter Berücksichtigung ihres Alters sowie ihres sozialen und kulturellen Hintergrunds frühzeitig und verantwortlich in die Lösung der Konflikte einbezogen.


Das Programm bietet keine fertigen Lösungsstrategien, die einfach nur übertragen werden müssen. Es eröffnet - auf der Basis seiner Grundsätze und der fachlichen Unterstützung der Programmagentur - einen Raum, in dem problembezogene Lösungswege entwickelt und erprobt werden.

Download des Programmflyers hier.

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